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Frischbetondruck nach DIN 18218: Schalungsdruck verstehen und die Schalhaut richtig wählen

Was bestimmt den Frischbetondruck und wie erfasst ihn DIN 18218, und was heißt das für die Schalhaut? Ein Fachplaner-Leitfaden zu Steiggeschwindigkeit, Temperatur, Durchbiegung und der richtigen Verleimungsklasse, ohne Bemessungswerte.


Key Takeaways
Frischbetondruck ist der bestimmende Lastfall der senkrechten Schalung: Frischbeton wirkt bis zum Ansteifen wie eine Flüssigkeit und drückt am Fuß am stärksten. Steiggeschwindigkeit und niedrige Betontemperatur bestimmen den Druck am meisten; in Lagen betonieren senkt den Spitzendruck. DIN 18218 regelt die Berechnung, die zum Schalungsplaner gehört. Für die Schalhaut heißt das: 18 mm als Basis, 21 mm für Sichtbeton und weite Riegelabstände, und die Verleimungsklasse (EN 636-2 vs EN 636-3) nach Wiedereinsatz wählen. Wiedereinsatzwerte sind Maxima („bis zu N“).
Frischbetondruck nach DIN 18218: Schalungsdruck verstehen und die Schalhaut richtig wählen

Der Frischbetondruck ist der bestimmende Lastfall jeder senkrechten Schalung. Solange der Beton flüssig ist, drückt er seitlich gegen die Schalhaut, und dieser Druck entscheidet mit darüber, welche Platte, welche Stärke und welches Riegelraster an die Wand gehören. Wer die Schalhaut spezifiziert, sollte verstehen, was den Druck aufbaut und wie DIN 18218 ihn erfasst.

Ein Punkt gehört an den Anfang. Die Berechnung des Frischbetondrucks und der Standsicherheitsnachweis gehören zum Schalungsplaner, nach DIN 18218. Dieser Text ist ein Bildungsinhalt, kein Bemessungswerkzeug. Er enthält keine anwendbare Druckformel, keine Bemessungstabelle und keine zulässigen Lasten. Er erklärt die Einflussgrößen, damit das Gespräch mit dem Schalungsplaner von der richtigen Grundlage aus beginnt.

Was Frischbetondruck ist

Frischbeton wirkt bis zum Ansteifen wie eine Flüssigkeit. In diesem Zustand steigt der seitliche Druck mit der Tiefe, ähnlich wie bei Wasser, und erreicht sein Maximum am Fuß der Schalung. Sobald der Beton unten ansteift, trägt sich dieses Material selbst und drückt nicht mehr weiter. Deshalb bestimmt die Art, wie eine Wand betoniert wird, welchen Druck die Schalung tatsächlich sieht.

Was den Frischbetondruck bestimmt

Mehrere Größen fließen in die Betrachtung ein, und keine davon lässt sich hier in eine Formel gießen. Die Steiggeschwindigkeit, also wie schnell der Betonspiegel in der Schalung steigt, ist die wichtigste. Eine niedrige Betontemperatur erhöht den Druck, weil kalter Beton länger flüssig bleibt und mehr von der Säule noch drückt, bevor der Fuß ansteift. Die Konsistenz zählt ebenso: ein weicher Beton oder einer mit Fließmittel bleibt fließfähig, und selbstverdichtender Beton (SVB) kann die Schalung nahezu bis zum vollen flüssigen Druck belasten. Verdichten durch Rütteln verflüssigt den Beton örtlich und hebt den Druck am Rüttler an. Ein hoher Bewehrungsgrad verändert, wie der Beton sich abstützt. DIN 18218 erfasst diese Größen, und der Schalungsplaner wendet die Norm an.

Die Rolle von DIN 18218

DIN 18218 regelt den Frischbetondruck auf lotrechte Schalungen. Die Norm beschreibt, welche Größen in den Ansatz des Drucks eingehen, und richtet sich an den Schalungsplaner, der die Standsicherheit nachweist. Für die Schalhautwahl zählt nicht die Formel, sondern das Prinzip dahinter: der Druck folgt der Steiggeschwindigkeit und der Temperatur, nicht der Wandhöhe allein. Werte und Rechengang bleiben in der Norm und beim Planer.

In Lagen betonieren senkt den Spitzendruck

Von allen Einflussgrößen tun zwei das meiste: wie schnell betoniert wird und wie warm der Beton ist. Wer eine hohe Wand in einem Zug füllt, hat unter Umständen die ganze Säule noch flüssig, wenn der Fuß seinen größten Druck trägt. Das ist der ungünstige Fall. Wer in Lagen betoniert und jede Lage ansteifen lässt, bevor die nächste kommt, senkt den Spitzendruck am Fuß deutlich, oft etwa auf die Hälfte, weil der untere Beton sich schon selbst trägt. Das ist eine Planungsgröße, keine Vorgabe aus einer Tabelle. Die zulässige Steiggeschwindigkeit legt der Schalungsplaner fest.

Was der Druck für die Schalhaut bedeutet

Der Druck erreicht die Schalhaut als Durchbiegung zwischen den Riegeln. Ein wenig Durchbiegung ist unvermeidlich. Zu viel zeichnet sich am Beton ab: eine Platte, die sich zwischen den Riegeln wölbt, hinterlässt eine wellige Fläche, und bei Sichtbeton fällt das sofort auf. Je ebener die Fläche sein muss, desto enger muss der Riegelabstand liegen, damit die Platte gar nicht erst weit genug ausweichen kann.

Zwei Dinge halten dagegen: die Steifigkeit der Platte und die Spannweite zwischen den Riegeln. Eine dickere, steifere Platte biegt sich über dieselbe Spannweite weniger durch; eine dünnere braucht engere Riegel, um dieselbe Linie zu halten. In der Praxis ist filmbeschichtetes Sperrholz von 18 mm die Basis, und Fachplaner wählen häufig 21 mm für Sichtbeton, große Flächen oder weiter geöffnete Riegelabstände, weil die zusätzliche Steifigkeit die Fläche eben hält. Die Plattenstärke ist eine Eingangsgröße; das Riegel- und Ankerraster und die Planung tragen die Last.

Verleimungsklasse und Wiedereinsatz

Wie viele Einsätze eine Schalhaut gibt, hängt vom Kernkleber und der Pflege ab, nicht vom Film allein. Die EN 636 unterscheidet die Klassen nach Feuchtebeständigkeit. Klasse 2 (EN 636-2) ist die melaminverleimte Stufe für abgedeckte Schalung mit moderater Rotation; Klasse 3 (EN 636-3) ist die phenolverleimte Stufe für Sichtbeton und Dauerkontakt mit alkalischem Frischbeton. So ordnet sich die filmbeschichtete Vinawood-Reihe ein.

PlatteKernkleberKlasseWiedereinsatz max.
Form BasicWBP MUF (Standard-Melamingehalt)EN 636-2 / Klasse 2bis zu 10
Form ExtraWBP MUF (höherer Melamingehalt)EN 636-2 / Klasse 2bis zu 15
Pro FormWBP Phenol (PF)EN 636-3 / Klasse 3bis zu 20

Zwei Punkte verhindern den häufigsten Fehler. Klasse 3 ist die phenolverleimte Stufe, in der EU-Reihe Pro Form. Form Extra ist keine Klasse-3-Platte: der höhere Wiedereinsatz gegenüber Form Basic kommt aus einer haltbareren MUF-Rezeptur mit höherem Melamingehalt, nicht aus einem schwereren Film und nicht aus einer anderen Verleimung. Der Oberflächenfilm ist auf beiden Platten gleich.

Eine Vokabel-Notiz, weil „Melamin“ drei Dinge meint. Bei einer Schaltafel bezeichnet es das Melamin-Harnstoff-Formaldehyd-Kernharz (MUF), das die Furnierlagen verklebt. Es ist weder der Oberflächenfilm noch das dekorative Melamin-Laminat aus dem Möbelbau, aus dem die Vorstellung „Melamin ist nur für innen“ stammt. Die MUF-Schalungsreihe ist nach EN 636-2 wetterbeständig und gehört an eine senkrechte Schalung.

Aus unseren Lieferungen in den DACH-Raum sehen wir immer wieder denselben Fall: die Schalhaut, die nach zwei oder drei Wänden unbrauchbar zurückkommt, ist selten an der Fläche gescheitert. Sie ist an der ungeschützten Schnittkante gescheitert. Jede Schnittkante am selben Tag nachversiegeln bleibt der größte Hebel für den Wiedereinsatz.

Normen-Kurzreferenz

Ein Fachplaner trifft bei der Schalung auf eine Handvoll Normen. Jede hat einen definierten Geltungsbereich, und die Werte gehören nicht in einen Blogbeitrag.

NormGeltungsbereich
DIN 18218Frischbetondruck auf lotrechte Schalungen
DIN EN 13670Ausführung von Tragwerken aus Beton (u. a. Ausschalen)
EN 636Sperrholz — Anforderungen und Verleimungsklassen
EN 13986Holzwerkstoffe für das Bauwesen (CE-Kennzeichnung)

Für die angrenzenden Themen: die Betonschalung gibt den Überblick über Systeme und Werkstoffe, die Stützenschalung zeigt den hohen Druck auf kleiner Fläche, die Deckenschalung das horizontale Element, und zum Werkstoff selbst siehe Schaltafel.

Über Vinawood

Vinawood produziert Sperrholz in Vietnam seit 1992 und exportiert über 5.000 Container pro Jahr in mehr als 55 Länder, mit Einzelblattprüfung jeder Platte. Für den DACH-Markt umfasst die filmbeschichtete Schalungsreihe Form Basic und Form Extra (WBP MUF, EN 636-2, bis zu 10 bzw. 15 Einsätze) sowie Pro Form (WBP Phenol, EN 636-3, bis zu 20 Einsätze) für Sichtbeton und hohe Rotation, gebündelt in der Sammlung filmbeschichteter Schalungsplatten. Alle Reihen sind im EU-Format 2500×1250 mm erhältlich, mit CE-Kennzeichnung nach EN 13986, FSC und ISO 9001. Für eine Schalhaut-Empfehlung zu Ihrer Bauaufgabe: vinawoodltd.com.

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Sources & References (4)
  1. DIN 18218 — Frischbetondruck auf lotrechte SchalungenDIN (2010)
  2. DIN EN 13670 — Ausführung von Tragwerken aus BetonDIN (2011)
  3. EN 636:2012+A1:2015 — Sperrholz. AnforderungenCEN (2015)
  4. EN 13986 — Holzwerkstoffe für das Bauwesen (CE)CEN (2015)

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Quick Answers

Wie hoch ist der Frischbetondruck?
Eine pauschale Zahl gibt es nicht. Der Frischbetondruck wird vom Schalungsplaner nach DIN 18218 ermittelt und hängt vor allem von der Steiggeschwindigkeit (Betoniertempo), der Betontemperatur und der Konsistenz ab. Kalter, weicher oder selbstverdichtender Beton erzeugt höheren Druck. Die Berechnung und der Standsicherheitsnachweis gehören zur Planung, nicht auf die Baustelle geschätzt.
Was regelt DIN 18218?
DIN 18218 regelt den Frischbetondruck auf lotrechte Schalungen. Die Norm beschreibt, welche Größen in den Ansatz des Drucks eingehen — unter anderem Steiggeschwindigkeit, Betontemperatur und Konsistenz — und richtet sich an den Schalungsplaner, der die Standsicherheit der Schalung nachweist.
Welche Schalhautstärke ist richtig?
In der Praxis ist filmbeschichtetes Sperrholz von 18 mm die Basis. Fachplaner wählen häufig 21 mm für Sichtbeton, große Flächen oder weiter geöffnete Riegelabstände, weil die zusätzliche Steifigkeit die Durchbiegung begrenzt. Die Stärke ist eine Eingangsgröße; die endgültige Bemessung mit Riegel- und Ankerraster kommt vom Schalungsplaner.
Wie senke ich den Frischbetondruck?
Langsamer betonieren und in Lagen arbeiten: jede Lage ansteifen lassen, bevor die nächste kommt. Dann trägt sich der untere Beton schon selbst und der Spitzendruck am Fuß sinkt deutlich, oft etwa auf die Hälfte. Die zulässige Steiggeschwindigkeit legt der Schalungsplaner fest.
Welche Verleimungsklasse für die Schalhaut?
Nach Wiedereinsatz wählen. Klasse 2 (EN 636-2) ist die melaminverleimte MUF-Stufe für abgedeckte Schalung mit moderater Rotation (Form Basic bis zu 10, Form Extra bis zu 15 Einsätze). Klasse 3 (EN 636-3) ist die phenolverleimte Stufe für Sichtbeton und hohe Rotation (Pro Form bis zu 20). Wiedereinsatzwerte sind Maxima — „bis zu N“, keine Garantie.